Im Moment liegt der Fokus unserer Vereinsarbeit auf dem geplanten Windpark in der Sennwalder Au.

 

UNSERE POSITION

Die aktuelle Planung sieht vor, in der Sennwalder Au drei bis vier rund 230 m hohe Windräder zu errichten. Als Verein setzen wir uns für eine transparente, faktenbasierte Diskussion ein – mit dem Ziel, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten und eine demokratische Mitsprache in Form einer Petition oder Initiative zu ermöglichen.

Unsere Bedenken – und unsere Vorschläge:

Landschaftsbild und Naherholung

Die geplanten Anlagen würden das Erscheinungsbild der Sennwalder Au dauerhaft verändern. Aus einem Naherholungs- und Landwirtschaftsgebiet würde ein Industrieareal. Die Sennwalder Au ist im kantonalen Richtplan als ökologisch wertvoller Natur- und Landschaftsraum ausgewiesen. Diese Einstufung gilt verbindlich für die Gemeinde Sennwald. Eingriffe in solche Gebiete müssen besonders sorgfältig geprüft werden. Wir fordern eine sorgfältige Standortprüfung und die Berücksichtigung von Alternativen, die weniger stark in Natur- und Erholungsräume eingreifen.

Vogelschutz und Artenvielfalt

Rotmilane, Störche und Fledermäuse sind in der Au heimisch. Windräder können ihre Lebensräume beeinträchtigen oder zu Kollisionen führen. Wir verlangen unabhängige Umweltgutachten und moderne Schutztechnologien, bevor über einen Bau entschieden wird.

Lärm, Schattenwurf und Belastung der Anwohner

Windräder erzeugen dauerhafte Geräusche und periodischen Schattenwurf. Wir setzen uns für verbindliche Mindestabstände und transparente Messungen ein.

 Sicherheitsaspekte – realistisch und verständlich

Moderne Windräder verfügen über Systeme, die Risiken wie Eisbildung erkennen und die Anlage bei Bedarf automatisch stoppen. Trotzdem braucht es klare Vorgaben für Wartung, Überwachung und den Betrieb bei speziellen Wetterlagen – insbesondere in einem Naherholungsgebiet, in dem sich täglich viele Spaziergänger, Familien und Freizeitsportler aufhalten. Wir fordern ein öffentlich zugängliches Sicherheits- und Wartungskonzept, das zeigt, wie der Schutz von Anwohnern und Erholungssuchenden konkret gewährleistet wird.

 Wertverlust von Immobilien

Internationale Studien aus Deutschland, Dänemark, Grossbritannien und den USA zeigen, dass Immobilien in der Nähe von Windparks je nach Sichtbeziehung und Abstand 3–10 % an Wert verlieren. Besonders betroffen sind Einfamilienhäuser in ländlichen Gebieten – wie in Sennwald. Ein Wertverlust ist daher realistisch und muss in der Planung berücksichtigt werden. Wir setzen uns für faire Entschädigungsmodelle und transparente Kommunikation ein.

 Fragliche Wirtschaftlichkeit

Trotz 60% Bundesförderung bleibt das Projekt ein finanzielles Risiko für alle beteiligten Akteure. Wir verlangen eine vollständige, unabhängige Kosten-Nutzen-Analyse.

 

Konstellation der Beteiligten – Last für die Bevölkerung, Nutzen für andere

Am Projekt beteiligt sind die politische Gemeinde Sennwald, das EW Sennwald, die Greenwatt AG sowie die Ortsgemeinde und die SAK. Diese Institutionen entscheiden über Planung, Verträge und wirtschaftliche Beteiligungen.

 Die Bevölkerung hingegen hätte keinen direkten Nutzen, müsste aber mit den dauerhaften Auswirkungen leben:

  • Lärm, Schattenwurf, Landschaftsveränderung
  • Wertminderung von Immobilien
  • Risiken durch Eiswurf oder technische Störungen
  • Verlust von Naherholungsflächen

 

Die Bürger tragen die Last – während die beteiligten Institutionen potenziell finanziell profitieren. Ein Projekt dieser Grössenordnung darf nicht an den Menschen vorbeigeplant werden, die direkt davon betroffen sind.

 

Fakten zu Bund und Kanton – und warum Sennwald nicht alles tragen muss

Der Bund verlangt bis 2050 eine Produktion von 4.3 TWh Windstrom. Der Kanton St. Gallen hat dafür ein Ziel von rund 300 GWh/Jahr festgelegt – das entspricht je nach Anlagengrösse ungefähr 60–80 Windrädern.

Der Kanton besteht aus 75 Gemeinden.
Was bedeutet das für eine faire Verteilung?
  • Bei 60 Windrädern: → weniger als ein Windrad pro Gemeinde
  • Bei 80 Windrädern: → rund ein Windrad pro Gemeinde

Klarer Schluss:

Eine faire Verteilung würde bedeuten: etwa ein Windrad pro Gemeinde – nicht drei oder vier in Sennwald allein. Damit wird deutlich, dass eine Konzentration von mehreren Anlagen in einer einzigen Gemeinde weder notwendig noch fair ist.

Unser Ziel

Wir möchten die Bevölkerung umfassend informieren und eine demokratische Mitsprache ermöglichen – etwa durch eine Petition oder Initiative. Unser Verein steht für verantwortungsvolle, lösungsorientierte Interessenvertretung und wird sich auch weiterhin für die Anliegen der Sennwalder Bevölkerung einsetzen.